Jülicher Zeitung: Einrichtungen schalten in den Eco-Modus

Das Jülicher Schul- und Kita-Projekt „Aktiv fürs Klima“ zieht eine positive Zwischenbilanz. Energieverbrauch um fünf Prozent gesenkt.

Jülich. „Wir sorgen dafür, dass der Müll dort hinkommt, wo er hingehört“, betonte Max Vercheval aus dem Schüler-Klima-Team der Sekundarschule Jülich. „Ich achte darauf, dass die Heizung nicht unnötig läuft“, ergänzte Teamkollegin Fabienne Jannek. Anlass war die Zwischenbilanz zum Schul- und Kita-Projekt „Aktiv fürs Klima“ im Neuen Rathaus.

Vor gut einem Jahr hatte an gleicher Stelle die „Kick-off“-Veranstaltung stattgefunden. Seitdem haben die sechs teilnehmenden Einrichtungen Workshops besucht und in Arbeitsgruppen Energie-Einsparmöglichkeiten erarbeitet. Dabei standen ihnen Energie- und Umweltberater zur Seite.

Beigeordneter Martin Schulz war sichtlich erfreut über die große Resonanz und dankte allen Mitstreitern. Um es gleich vorwegzunehmen: „Die Bildungseinrichtungen haben insgesamt 310?032 Kilowattstunden Energie in 2013 eingespart. Das entspricht dem Energieverbrauch von etwa 14 Haushalten“, wie Katja Hummert vom beauftragten Unternehmen WertSicht erläuterte. Damit ist der Energieverbrauch um fünf Prozent gesunken. So ist man dem Projektziel, nach zwei Jahren acht Prozent einzusparen, „schon sehr nahe gekommen“.

Konzeptgemäß profitieren die teilnehmenden Schulen und Kitas von erzielten Energieeinsparungen und besonderem Klimaschutzengagement. Deshalb überreichte Dezernentin Katarina Esser ihnen symbolische Schecks über insgesamt 11 940 Euro als Energiespar- und Aktivitätsbonus und ermunterte die Klimaakteure zur Fortsetzung ihres Engagements.

Ein stromfreier Tag

Was die Einrichtungen im einzelnen umsetzten, stellten die jeweiligen Klimabeauftragten vor. Die Broicher Kita „Purzelbaum“ widmete sich in jeder Jahreszeit einem anderen Klimaschutzthema. Innerhalb des Winterprojektes „Strom und Wärme“ gab es etwa einen komplett stromfreien Tag. Stromfresser wurden gesucht und gekennzeichnet, Raumtemperaturen geprüft und stromfreie Geräte aus alter Zeit neu entdeckt und ausgestellt.

Stand am Weltklimatag

Die Kita „Rappelkiste“ in Lich- Steinstraß setzte von Anfang an auf eine intensive Beteiligung der Eltern. Diese verpflichteten sich in einem Umwelt-Verhaltenskodex der Kita, ihre Kinder verstärkt zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Einrichtung zu bringen. Ferner beteiligen sie sich an Klimaaktionen wie einem Stand am Weltklimatag am 15. Mai auf dem Marktplatz.

Die GGS Jülich-West in Koslar bildete ihre Schüler konkret zu Lichtwächtern aus. Diese achten darauf, dass nur da Licht brennt, wo es gebraucht wird. Die Sekundarschule setzt auf Klimaschutz als integralen Bestandteil der schulinternen Lehrpläne. Routine im Schul-Alltag sind inzwischen das Vermeiden von Verpackungsabfällen, das getrennte Sammeln von Altpapier sowie das energieeffiziente Heizen und Lüften.

Die Schirmerschule gründete ein hoch motiviertes Klimateam, das eine Vielzahl an energieeffizienten Maßnahmen umsetzte. Kühlschränke wurden in den 12 Ferienwochen ausgeschaltet, genauso wie 24 Untertischgeräte, die nun im Schulbetrieb im „Eco-Modus“ laufen. Ganz ausgeschaltet werden auch 70 TFT Bildschirme. So sparte die Schule 4000 Kilowattstunden Energie ein.

Das Gymnasium Zitadelle gründete die Klima-AG „Dreieinhalb Erden“. Das aktuelle Klima-Programm umfasst drei Seiten mit 16 Einzelmaßnahmen. Jede Klasse schulte zwei Klimabeauftragte. Ferner wurden Hinweisschilder für Lichtschalter und Abfallbehälter und zur effizienten Lüftung angebracht. Lehrkräfte testen zudem einen Schlüsselschalter zur bedarfsgerechten Heizungsregelung in den Klassenräumen.

Den Eltern das Licht abgedreht

Im Rahmen ihrer Präsentation berichteten gleich mehrere Klimabeauftragte von Eltern, deren Kinder ihnen beim Duschen oder Toilettengang das Licht abgedreht hatten – aus Gründen der Energieersparnis. (ptj)

„Die Bildungseinrichtungen haben insgesamt 310?032 kWh Energie in 2013 eingespart. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 14 Haushalten.“

Katja Hummert vom
Unternehmen WertSicht

„Ich achte darauf,
dass die Heizung nicht unnötig läuft.“

Fabienne Jannek, Sekundarschule Jülich