Gründungsfeier

Sekundarschule erlebt einen flotten Start

Jülich. 13. November 2012. (Jülicher Zeitung. Von Antonius Walters)

Als Schulministerin Sylvia Löhrmann gestern nach Jülich eilte, um im Schulzentrum an der Linnicher Straße die Gründungsfeier der Sekundarschule als Ehrengast zu besuchen, verhedderte sie sich gleich in der Großbaustelle. So strebte die Ministerin zunächst zum Neubau der Katholischen Grundschule, wo sie das Begrüßungskomitee des städtischen Schulamtes „einfing“.

 

„Bewährtes mitnehmen und Neues schaffen.“

„Es werden noch einige Kompromisse notwendig sein“, ging Bürgermeister Heinrich Stommel bei seiner Ansprache auch auf die räumlichen Gegebenheiten der neuen Schule ein, die derzeit im Gebäude der Realschule untergebracht ist und erst 2014 in das dann runderneuerte Schulzentrum zieht, das ebenfalls „noch im Aufbau“ sei. Stommel, von den moderierenden Sekundarschülern zuvor als „Häuptling“ begrüßt, zeichnete zudem die Geschichte der Schule nach, bei der zwischen ersten Überlegungen und der Gründung etwa ein Jahr lag.

„Eine Neuordnung war unumgänglich“, betonte der Bürgermeister, der an die Schulentwicklungsplanung erinnerte und an die breite Beteiligung der Fachleute. Er versäumte es auch nicht, an die Einbindung von Real- und Hauptschule zu erinnern, deren Arbeit positiv gesehen werde. Nach der Informationsveranstaltung für die Eltern vor einem Jahr habe die anschließende Elternbefragung eine „überragende Rücklaufquote“ gehabt, der im Stadtrat am 21. Dezember der einstimmige Errichtungsbeschluss folgte. Am 3. Februar folgte die Genehmigung durch die Bezirksregierung. „Ich hoffe, dass der große Zuspruch erhalten bleibt“, sagte Heinrich Stommel, der das Credo der Sekundarschule betonte: „Bewährtes mitnehmen und Neues schaffen.“

Während der Schulchor unter Leitung von Martin te Laak die Feierstunde eröffnet hatte, brachte die Trommel-AG die große Gästeschar so richtig in Schwung. Mit kräftigen Trommelschlägen animierten die Mädchen und Jungen unter Leitung von Fatima Deckers die Zuhörer zu rhythmischem Klatschen, was die Stimmung weiter löste.

Auch Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, war es wärmer geworden, als sie zu dem „besonderen Tag“ sprach. In Jülich steht eine von 42 Sekundarschulen, die mit Schuljahrsbeginn an den Start gegangen sind. So hat die Ministerin auch bereits etliche Schulen besucht und etliche Anfänge erlebt, doch die Jülicher hätten ja „heimlich begonnen“ und sie erst jetzt, nach zehn Unterrichtswochen zur Gründung eingeladen.

„Die Zeit hat sich gelohnt, Ihre Ideen kommen an“, zollte die Ministerin dem Kollegium ihren Respekt. Darüber vergaß sie nicht die Lehrkräfte der auslaufenden Schulen, denen sie für ihr Engagement dankte, das auch in die Arbeit der neuen Schule einfließe. Lobend vermerkte Löhrmann noch, dass die Sekundarschule Jülich mit dem Gymnasium Zitadelle und dem Berufskolleg Jülich gleich zwei Kooperationspartner für die Sekundarstufe 2 zur Verfügung hat. Insgesamt biete die dem Schulkonsens zu verdankende Sekundarschule langfristige Planungssicherheit und sei eine gute Investition in die Zukunft. „Der Aufbruch wird spürbar“, rief Ministerin Löhrmann den Festgästen zu.

Nach einem tänzerischen Zwischenspiel der „Crazy Diamonds“, die aus Mitgliedern der Tanz-AG unter Leitung von Caroline Lafos besteht, sorgte Sief Drummen mit seinem Grußwort für Irritationen. Der Vize-Direktor der Nikée-Schule im niederländischen Roermond, die in einem der 25. schönsten Schulgebäude der Welt residiert, betonte die Idee vom lebenslangen Lernen und ließ aufhorchen mit der Information, dass jeder neue Schüler ein iPad erhält, das er auch daheim nutzen darf.

Gottes Segen für die Schulgemeinde erbat Schulseelsorger Ralph Lövenich mit einem kurzen Gebet, bevor die Theater-AG unter Leitung von Nicole Lafos mit drei Sketchen Lacher produzierte. „Gute Schule geht nur über guten Unterricht und guter Unterricht über gute Lehrer.“ Schulleiterin Angelika Lafos

Die Schulgemeinde sei in zehn Unterrichtswochen ganz gut zusammengewachsen, konstatierte Schulleiterin Angelika Lafos („Ich bin überglücklich“), die als ehemalige Realschülerin unlängst in den Keller ihrer ehemaligen Penne gestiegen war und dort ein Klassenbuch aus dem Schuljahr 1973/74 gefunden hat, in dem nachzulesen ist, dass sie sich schon vor 38 Jahren mit dem Ganztagsunterricht beschäftigt hat, der damals im Deutschunterricht zur Debatte stand. „Gute Schule geht nur über guten Unterricht und guter Unterricht über gute Lehrer“, lautet das Credo von Angelika Lafos, die am Ende ihr gesamtes Kollegium, Hauptschulrektor Helmut Lang als Gastgeber, Gert Marx vom Schulamt und Dezernentin Katharina Esser auf die Bühne bat, bevor mit dem Schulchor das Schlusslied angestimmt wurde: „Oh, happy day“.